6. – 6. Schuljahr

Alexander Küpper, Laura Ferreira González, Thomas Hennemann und Andreas Schulz

Kontext „Star Wars

Inklusiven Physikunterricht zu den Grundlagen der Optik mit dem „Modell dualer Unterrichtsplanung gestalten

Derzeit werden verschiedene Ansätze diskutiert, um der Heterogenität inklusiver Lerngruppen zu begegnen. Eine dieser Möglichkeiten ist die sog. duale Unterrichtsplanung (s. z.B. [1] und Kasten 1), bei der die fachlichen wie die entwicklungsbezogenen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler gleichermaßen berücksichtigt werden. Dieser Artikel stellt einen Unterrichtsgang zur Einführung in die Optik vor, der sich an diesem Modell orientiert.
1 | Modell der dualen Unterrichtsplanung
1 | Modell der dualen Unterrichtsplanung
Den Ausgangspunkt der dualen Unterrichtsplanung bilden gleichermaßen der Bildungs- wie auch der Entwicklungsauftrag der Schule und damit die entwicklungs- wie auch die bildungsbezogenen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.
Entwicklungsauftrag
Unter entwicklungsbezogenen Lernvoraussetzungen werden all jene Bereiche verstanden, die entwicklungspsychologisch bedeutsam sind, etwa der Bereich der „Soziabilität, der verschiedene Entwicklungsaspekte umfasst (z.B. „Regelverhalten). Neben dem Entwicklungsbereich Soziabilität bestehen sieben weitere Entwicklungsbereiche (vgl. [1]): Motorik, Wahrnehmung, Kommunikation/Sprache, Lern- und Arbeitsverhalten, Kognition, Emotionalität sowie Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung. Alle Entwicklungsbereiche sind für alle Schülerinnen und Schüler (mit und ohne sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf) relevant (vgl. [2]).
Die o.g. Entwicklungsbereiche sind bei allen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten identisch; Unterschiede zwischen den Förderschwerpunkten gibt es jedoch bei der Ausdifferenzierung der einzelnen Entwicklungsaspekte.
Bildungsauftrag
Lehrerinnen und Lehrer sind mit der Planung von Fachunterricht aus Perspektive des Bildungsauftrages vertraut. Grundlage der Unterrichtsplanung sind (s. a. Abb. 1 links):
  • die Auswahl des Unterrichtsgegenstandes auf der Grundlage von Bildungsstandards, Kernlehrplänen und Schulcurricula unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der Fachwissenschaft und -didaktik,
  • die Bestimmung des Kompetenzbereiches und des Inhaltsfeldes,
  • die Formulierung von Kompetenzerwartungen,
  • die Auswahl von Teilaspekten auf Basis der Lernvoraussetzungen und
  • die Formulierung fachlicher Ziele.
Duale Unterrichtsplanung
Im inklusiven Unterricht sind die Fachlehrkräfte zudem unterstützt von Sonderpädagog/inn/en explizit für die Förderung der Entwicklungsbereiche (s.o.) verantwortlich. Daher werden bei der dualen Unterrichtsplanung neben den fachlichen Lernvoraussetzungen gleichwertig auch die entwicklungsbezogenen Lernvoraussetzungen (s. Abb. 1 rechts) betrachtet.
Ausgangspunkt für die entwicklungsbezogene Förderung können Beobachtungen, systematische Screenings oder die Förderpläne sein. 1) Im Unterricht geht es dann jedoch nicht darum, den konkreten Förderbedarf aller Kinder in den Mittelpunkt zu stellen und mehrere Ziele parallel zu verfolgen, sondern einen (gemeinsamen) Entwicklungsaspekt ins Zentrum zu stellen. Auf diese Weise wird eine explizite Förderung aller Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf möglich.
Duale Unterrichtsplanung im Physikunterricht
Die duale Unterrichtsplanung für ein Themengebiet des Physikunterrichts erfolgt in mehreren Schritten (vgl. [8]):
Identifikation geeigneter Bildungs- und Entwicklungsaspekte
Möchte man Physikunterricht nach dem Modell der dualen Unterrichtsplanung gestalten (s. Kasten 1), stellt sich nachdem man sich ein Bild von den Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler im Bildungs- und Entwicklungsbereich gemacht hat zunächst die Frage nach der Passung der für die konkrete Unterrichtseinheit ausgewählten Aspekte aus beiden Bereichen. Sollen beispielsweise soziale Fähigkeiten im Rahmen von...

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