10. – 13. Schuljahr

Ralph Hepp

Gelerntes strukturieren und vernetzen

Lernen und Wiederholen mit Strukturdiagrammen unterstützen

Unser Gehirn speichert Informationen nicht linear, sondern in Netzwerken aus Nervenzellen ab (vgl. z.B. [1] und Kasten 1 im Basisartikel „Kein Lernen ohne Üben). Daher können wir uns auch besser an in Form von Netzwerken, Übersichten, Begriffsnetzen u.Ä. strukturiertes Wissen erinnern als an Informationen aus einem fortlaufenden Text.
Dies lässt sich auch im Unterricht zur Strukturierung und Wiederholung des Gelernten nutzen, indem man die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen über ein Themengebiet in entsprechenden grafischen Darstellungen – z.B. in Form von Concept Maps visualisieren lässt (s.a. Kasten 1).
Kasten 1: Concept Maps und ähnliche Visualisierungen
Kasten 1: Concept Maps und ähnliche Visualisierungen
Concept Maps wurden in den 90er-Jahren als Methode zum Strukturieren von Wissen entwickelt [2]. Sie dienen der Visualisierung von Begriffen und ihren Zusammenhängen, indem die Bedeutungen der einzelnen Begriffe und ihre Beziehungen untereinander dargestellt und beschrieben werden (vgl. [3]). Die Methode baut damit (häufig) auf vorhandenem Wissen auf, verknüpft dieses und stellt es in einer Art Netzwerk dar. Concept Maps bestehen somit aus Begriffen (Knotenpunkten), Pfeilen (Verbindungen) und ggf. Pfeilbeschriftungen. Durch die räumliche Anordnung und die entsprechenden Verbindungslinien werden die einzelnen Elemente in Beziehung zueinander gesetzt (Hierarchie, Unterordnung, Überordnung).
Einsatz zum Lernen und zur Diagnostik
Concept Maps sind „Begriffs-Landkarten, die aus Begriffen eines Themenbereichs bestehen und Verbindungen zwischen den Begriffen verdeutlichen. Je feiner diese „Landkarte ausgearbeitet ist, umso mehr Informationen enthält sie. Diese Art der Visualisierung unterstützt das Verständnis der entsprechenden Wissensbereiche.
Die Lernwirksamkeit von Concept Maps wurde in vielen empirischen Studien (z.B. [1]) bestätigt. Beispielsweise bewältigten Schülerinnen und Schüler, die im Biologieunterricht über mehrere Wochen mit Concept Maps gearbeitet und diese unterrichtsbegleitend erstellt hatten, schriftliche Tests deutlich besser als Lernende, die ohne Concept Maps gelernt hatten. Darüber hinaus tragen Concept Maps zu einer deutichen Verbesserung des Begriffsverständnisses durch die Einbettung in das Beziehungsgeflecht innerhalb eines Stoffgebietes bei [4].
Mit von den Schülerinnen und Schülern erstellten Concept Maps lässt sich zudem herausfinden, welche Beziehungen Lernende zwischen den Begriffen in einem bestimmten Stoffgebiet sehen und in welchem Umfang und in welcher Qualität sie diese Zusammenhänge differenziert wiedergeben können.
Ähnliche Visualisierungsformen
Die begriffliche Abgrenzung von Mind Maps, Advance Organizern, Struktur-Diagrammen und ähnlichen Methoden der Visualisierung ist schwierig, da die Übergänge z.T. fließend sind. Für Mind Maps sind Aststrukturen (Hauptäste mit Nebenästen) typisch (s. [3]). Advance Organizer werden häufig vor der unterrichtlichen Behandlung eines Themengebietes den Lernenden zur Orientierung präsentiert. Struktur-Diagramme gibt es in großer Vielfalt; auch sie dienen der Veranschaulichung und Verdeutlichung von Zusammenhängen zwischen Begriffen.
Zu all diesen Methoden und ihren Weiterentwicklungen (z.B. iMapping, Clustering) finden sich im Internet Beispiele, Erläuterungen und Software zur Erstellung. Zur Unterstützung des Lernens sind alle Methoden gleichermaßen geeignet.
Dabei verzichte ich in meinem Unterricht im Gegensatz zu den in [1] beschriebenen Concept Maps – weitgehend auf eine Beschriftung der Pfeile zwischen den Begriffen, da dies die Übersichtlichkeit beeinträchtigt und von den Schülerinnen und Schülern innerhalb einer Doppelstunde (s.u.) nicht zu bewältigen ist. Bei den Diskussionen innerhalb der Schülergruppen werden diese Beziehungen jedoch durchaus mündlich thematisiert und gegenseitig...

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