7. – 8. Schuljahr

Ralph Hepp

Teamturnier

Individuelles und kooperatives Üben verbinden

Das Teamturnier (auch Team-Games-Tournament genannt, s. z.B. [1]) verbindet individuelles Üben mit dem Lernen im Team und einer motivierenden Wettbewerbssituation. Beim Teamturnier treten verschiedene Schülerteams gegeneinander an und ermitteln das beste Team in Hinblick auf die Lösung bestimmter, vom Lehrer vorgegebener, Aufgaben.
Ablauf des Teamturniers
Das Teamturnier hat vier Phasen:
  • In der ersten Phase erhalten die Lernenden Aufgaben (s. Beispiel in Kasten 1), die sie individuell zu Hause lösen und sich damit auf das Teamturnier vorbereiten.
  • Zu Beginn des Unterrichts setzen sich die Lernenden in sog. Stammgruppen (vgl. erste Phase des Gruppenpuzzles) zusammen, vergleichen und ergänzen ihre individuellen Lösungen. Ziel dieser Phase ist, dass jedes Mitglied der Stammgruppe „fit wird für das Teamturnier und die Lösungen der Aufgaben sicher beherrscht.
  • In Phase 3 bilden die Schülerinnen und Schüler Wettkampfgruppen (vgl. Expertengruppen beim Gruppenpuzzle) und beginnen mit dem Turnier. Dies bedeutet, dass sie sich gegenseitig die zu Hause und in den Stammgruppen vorbereiteten Aufgaben stellen. Abwechselnd sind die Lernenden in dieser Phase Prüfer und Turnierteilnehmer.
  • In Phase 4 kehren die Schülerinnen und Schüler zurück in ihre Stammgruppen und ermitteln die Gesamtpunktzahl des Teams. Diese Punkte werden an der Tafel eingetragen und damit die Siegergruppe des Teamturniers ermittelt.
    Kasten 1: Volumenbestimmung von festen Körpern
    Kasten 1: Volumenbestimmung von festen Körpern
    • Nenne und beschreibe drei Möglichkeiten zur Bestimmung des Volumens von festen Körpern. (7 Punkte)
    Lösung und Punkteverteilung
    Bei regelmäßigen Körpern kann über die Messung von Länge, Breite und Höhe die Volumenberechnung erfolgen. (1 Punkt) Bei unregelmäßigen Körpern gibt es:
    • die Differenzmethode (1 Punkt) und
    • die Überlaufmethode. (1 Punkt)
    Bei der Differenzmethode wird das Volumen von Wasser vor und nach dem Eintauchen des Körpers bestimmt und die Differenz berechnet. Mit der Umrechnung (1 ml ≙ 1 cm³) kann das Volumen des festen Körpers angegeben werden. (2 Punkte)
    Bei der Überlaufmethode wird der Körper in das randvoll mit Wasser gefüllte Gefäß eingetaucht und das überlaufende Wasser aufgefangen. Mit der Messung des Volumens dieser Wassermenge und der Umrechnung (1 ml ≙ 1 cm³) wird das Volumen des festen Körpers bestimmt. (2 Punkte)
Wichtig ist am Ende zudem ein strukturiertes Feedback: „Wie und was habe ich mit der Methode gelernt? Was hat mich motiviert? Was war gut? Was hat mir nicht so gefallen? Auf dieser Basis kann man Änderungen bei einer späteren Wiederholung vornehmen.
Tipps
Bewährt zur Strukturierung von Phase 3 (Turnier-Phase) haben sich u.a. Rollenkarten (u.a.: „Prüfer, „Turnierteilnehmer) und auch ein von jedem Teilnehmer zu führendes Protokoll. Um die Arbeit in den Teams zu fördern, sollten zudem die Rollen innerhalb der Wettkampfgruppe zwei- bis dreimal gewechselt werden. Der jeweils Prüfende entscheidet, wie viele Punkte und an wen für die Lösung einer Aufgabe vergeben werden. Gegebenenfalls muss der Lehrer hier als „Streitschlichter eingreifen.
Es hat sich darüber hinaus vor allem bei jüngeren Lernenden bewährt, dass nach dem vollständigen Stellen der Frage mithilfe einer Tischklingel in der Mitte des Tisches signalisiert wird, wer die Antwort weiß. Erst nachdem die Antwort gegeben wurde, dürfen die anderen ergänzen.
Erfahrungen
Durch die Anzahl und Auswahl der Aufgaben lässt sich die Übungszeit und der inhaltliche Anspruch der Aufgaben entsprechend der konkreten Klassensituation gut steuern.
In jedem Fall erreicht man durch das Hören der Aufgaben und der entsprechenden Lösungen sowie durch das Vergleichen mit der individuellen Lösung im Kopf (um ggf. ergänzen zu können) einen hohen Übungseffekt.
Literatur
[1]Riedel, A.: Das Gruppenturnier. Gemeinsam üben zur „Welt des Großen und Kleinen, BiU (2016),...

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