5. – 13. Schuljahr

Fanny Seroglou, Anna Leci, Eleni Gentzi und Vassilis Koulountzos

Physik lernen mit „Slowmation

Beim Erstellen einfacher Animationen naturwissenschaftliche Inhalte erarbeiten und präsentieren

Das Entwicklungen im Bereich digitaler Technologien legen es nahe, auch beim Unterrichten neue Lernumgebungen zu schaffen bzw. zu nutzen. Die sog. Slowmation etwa ist eine einfache, mit mobilen Geräten nutzbare Technik, mit deren Hilfe Schülerinnen und Schüler auf interessante und innovative Weise lernen können (vgl. z.B. [1]).
Der Begriff Slowmation ist eine Abkürzung für Slow Motion Animation und bildet im naturwissenschaftlichen Unterricht einen völlig neuartigen Zugang. Hierbei erwecken die Schülerinnen und Schüler naturwissenschaftliche Konzepte, Phänomene und Theorien durch ihre Heldinnen und Helden und deren Abenteuer in digitalen Erzählungen mit Zeitlupentechnik zum Leben. Der komplexe Produktionsprozess von Animationen (mind. 24 Bilder pro Sekunde) wird durch die Begrenzung auf auf nur 2 Bilder pro Sekunde stark vereinfacht.
Slowmation-Geschichten helfen mit ihren dreidimensionalen Darstellungen, die Bild und Ton verwenden, abstrakte naturwissenschaftliche Konzepte besser zu verstehen (s. [2]). Während des Entstehungs- und Produktionsprozesses der Slowmation arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen; sie diskutieren und beantworten ihre Fragen über die naturwissenschaftlichen Inhalte ihrer Filme. Damit lernen sie auf für sie angenehme und effektive Weise unter Verwendung von Materialien (z.B. Spielzeug, Ton, Bilder, Fotos) und in Situationen, mit denen sie vertraut sind.
Erstellen von Slomation-Videos in vier Schritten
Der Prozess des Herstellens von Slowmation-Videos in der Klasse umfasst vier Phasen:
  • Entwurf,
  • Storyboard,
  • Umsetzung und
  • Schnitt.
Phase 1: Entwurf
In der Entwurfsphase stellt die Lehrkraft das spezifische naturwissenschaftliche Konzept im Detail vor, das von den Schülerinnen und Schülern für die Entwicklung eines Slowmation-Films ausgewählt wurde. Die Dauer dieses Teils ist unterschiedlich und hängt von den Voraussetzunen und Bedürfnissen der einzelnen Lerngruppen ab. Die Lehrkräfte können in dieser Phase verschiedene Techniken verwenden, um die Schülerinnen und Schüler an das ausgewählte Thema heranzuführen: z.B. Rollenspiele, Tableau vivant, Anfertigen von Plakaten, Comics oder Collagen. Der einführende Teil kann je nach Thema, Lerngruppe und gewählter Methode zwischen 45 und 180 Minuten dauern.
Nach dem einleitenden Teil arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen, diskutieren und erstellen das Szenario ihres Films ein Prozess, der etwa 90 Minuten dauert.
Phase 2: Storyboard
In der zweiten Phase wird das ursprüngliche Szenario in Abschnitte unterteilt, und es werden Storyboards entworfen. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren die wissenschaftlichen Konzepte, die ihrer Erzählung zugrunde liegen, und lernen diese nach und nach besser zu verstehen. Sie treffen Entscheidungen über die Handlung ihrer Erzählung, die Art des geschriebenen Textes und der Dialoge, die in ihren Film eingebaut werden sollen, sowie über die zu verwendenden Materialien. Zur Erstellung des Storyboards gehört auch die Entwicklung eines schriftlichen Entwurfs der Erzählung. Diese Phase dauert etwa 90 Minuten.
Phase 3: Umsetzung
In dieser Phase fertigen die Schülerinnen und Schüler Zeichnungen und Bilder an, sie erstellen alles andere, was sie sich vorgestellt haben und fotografieren alles. Dabei verändern sie die Arrangements leicht von Foto zu Foto und erzeugen dadurch die Illusion von Bewegung oder Veränderung.
Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte können mit ihren Smartphones oder Tablets Fotos machen, aber auch Töne erzeugen und aufzeichnen, um die Darstellung und Erklärung eines naturwissenschaftlichen Konzepts durch das Hinzufügen von Dialogen, Musik oder Naturgeräuschen zu verbessern. Abhängig von der Anzahl der Fotos, die pro Sekunde hochgeladen werden...

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