5. – 10. Schuljahr

Susanne Heinicke und Jodie Beckmann

Poster-Drama

Komplexe Unterrichtsinhalte in eine Geschichte einbetten und mit dem Flipchart als „Wunderboard schrittweise visualisieren

„Das sieht aus wie ein Gesicht! „Aber so eine dicke Nase! „Und was steht da oben? Das kann man gar nicht lesen! Die 6. Klasse drängt in den Physikraum, vorbei am Flipchart mit dem heutigen Plakat (s. Abb. 1 ). Schon im Vorbeigehen werfen sie einen ersten Blick darauf und raten weiter, während sie die Taschen verstauen, Stühle zurechtrücken und die Hefter auf den Tischen landen.
Es sind die letzten Stunden der Unterrichtsreihe Wärmelehre. Heute sichern wir das Wissen über die Aggregatzustände am Kontext Wasserkreislauf. Anschließend werden wir beginnend bei der Betrachtung der Sonne weitere Formen der Energie unter die Lupe nehmen.
In dieser Unterrichtsreihe wird neben der Tafel ein Flipchart als Medium verwendet. Das Flipchart wird dabei nach der von uns an der Universität Münster entwickelten Methode „Wunderboards eingesetzt: Die zentralen, zu sichernden Inhalte der Unterrichtssequenz werden auf einer Seite nach und nach strukturiert und grafisch visualisiert dargestellt. Dabei sind am Anfang nur wenige Ankerelemente vorgegeben, alles andere entsteht im Laufe der Unterrichtsstunde. Die Geschichte der Stunde „entblättert sich (s.a. Kasten 1 für das Beispiel „Wasserkreislauf).
1. Der Wasserkreislauf auf dem „Wunderboard
1. Der Wasserkreislauf auf dem „Wunderboard
Eine dicke Nase hat der Kandidat ja wirklich! Aber mal sehen, welche Geschichte sich hinter ihm versteckt.
Was könnt ihr alles auf dem Bild erkennen? (Wir sammeln Ideen.)
Genau, das hier könnte ein Berg sein. Und der kleine blaue Wurm hier? Richtig, ein Fluss. Der Fluss mündet in ein größeres Gewässer. (See wird ergänzt.) Er fließt unten im Tal in einen See. Aber bei diesem See bleibt das Wasser nicht stehen. Von hier aus fließt es weiter (Fluss von See Richtung Meer wird ergänzt) wieder durch einen kleinen Fluss und in das Meer.
Aber kommt da eigentlich Wasser aus den Bergen? Und hört das jetzt auf, wenn es einmal hinuntergeflossen ist? (Wir sammeln Ideen.) Dazu müssen wir uns die ganze Geschichte von diesem Wasser einmal ansehen.
Damit unsere Geschichte beginnen kann, brauchen wir aber erst noch jemanden auf der Papierbühne. (Sonne wird ergänzt.) Genau, die Sonne. Wie wir gleich sehen, ist sie der Motor der ganzen Story. Denn wenn sie auf das Meer scheint, dann (Wir sammeln wieder Ideen.) 
Wenn die Sonne auf das Wasser scheint, erwärmt es sich an der Oberfläche. Dadurch verdunstet etwas Wasser. Es steigt als Wasserdampf nach oben.
Hier aus dem Meer steigt das Wasser als Wasserdampf oder als winzige Tröpfchen nach oben. (Die kleinen Dreiecke werden heraufgezogen und entpuppen sich dabei als Spitzen versteckter Pfeile. Sie sind beschriftet mit den Worten „Wasserdampf und „steigt.) 
Anmerkung: An dieser Stelle wollten alle Kinder es auf ihrem Arbeitsblatt direkt selbst ausprobieren. Wasserdampf und Wassertröpfchen sind dabei winzig und darum nicht sichtbar. (Es können dafür Punkte mit UV-Stift auf den Himmel eingezeichnet werden, die nur mit dem speziellen „Beobachtungsgerät einer UV-Lampe sichtbar gemacht werden können.) An Staubteilchen in der Luft, sogenannten Aerosolen, versammeln sich die Wasserteilchen zu größeren Tropfen. Man sagt: Sie kondensieren aus und bilden Wolken. (Die Wolken werden mit einem Schwamm und Wasserfarbe aufgetragen werden. Markiert man vorab Punkte mit Wachs einer Kerze oder mit Wachsmalstift auf das Papier, bleiben diese Punkte als „Beispieltröpfchen oder Eiskristalle weiß.)
Werden die Tropfen dann immer größer und schwerer, fallen sie irgendwann herunter es regnet. (Die oberen Dreiecke verbergen ebenfalls Pfeile, die nun heruntergezogen werden. Sie offenbaren den Satz „Regen / fällt / herunter.) Und dieser Regen fällt überall hin: auf das Land, aber ebenso auch auf die Gewässer. Den Fluss, den...

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