5. – 13. Schuljahr

Susanne Heinicke und Cora-Su Di Berardo

Hintergründe in Kürze

Informationen zu den Themen Zuwanderung und Sprachförderung

Zahlen zu zugewanderten Kindern und vJugendlichen
Der Bildungsbericht 2016 nennt für dasselbe Jahr folgende Zahlen [1]:
  • Gesamtzahl der 6 – 18-jährigen Kinder und Jugendlichen in Deutschland: 9868439
  • zugezogene ausländische Kinder und Jugendliche: 200295
  • Anteil zugezogener Kinder und Jugendlicher in 2015: 2,03%
  • Anteil zugezogener Kinder und Jugendlicher in 2010: 0,32%
  • Anteil von ausländischen Kindern und Jugendlichen in schulischen Bildungsetappen in Prozent (s.a. Abb. 1 ):
  • Primarstufe: 28%
  • Sek I: 36%
  • Sek II: 35% (Anteil der Sek. II nimmt stetig zu)
  • Schutzsuchende zwischen 6 und 18 Jahren: 81254
  • Staatsangehörigkeit der Kinder und Jugendlichen nach Kontinenten: von 2014 auf 2015 Verschiebung der Mehrheit von Europa nach Asien (60%/27% auf 39%/51%), dabei Zunahme von staatenlos/unbekannt
  • Die 10 häufigsten Herkunftsländer (s.a. Abb. 2 ):
  • 2015: Syrien, Afghanistan, Rumänien, Irak, Albanien, Polen, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Serbien
  • 2013: Polen, Rumänien, Russische Föderation Syrien, Serbien, Bulgarien, Griechenland, Afghanistan, Italien, Mazedonien
Zuzüge nach Deutschland erfolgen nicht nur durch Krisen und Kriege, sondern auch politisch und geografisch bedingt (u.a. bleibende Schwankungen der Anzahl von Asylerstanträgen, EU-Freizügigkeit). Die Zuwanderung kann also nicht auf Fluchtmigration beschränkt werden.
Gesetzliche Lage und Rahmenbedingungen beim Zugang zu Bildung
  • Bei der Schulanmeldung darf der Aufenthaltsstatus nicht erfasst werden. Alle Kinder müssen aufgenommen werden.
  • Allerdings gelten unterschiedliche gesetzliche Maßnahmen in jedem Bundesland, da es Aufgabe der Länder ist, Bildungszugänge zu schaffen. Entsprechend kann ein Recht auf Schulbildung nicht immer gewährleistet werden.
  • Vielerorts fehlen Schulplätze (z.B. 2 600 Plätze in Berlin laut einer Erhebung im April 2016).
  • Die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg lagen 2015 im Gegensatz zum Vorjahr knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt an neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen. In absoluten Zahlen verzeichnen sie jedoch den höchsten Anteil zugewanderter Kinder und Jugendlicher.
  • Verteilung der Schülerinnen und Schüler nicht deutscher und deutscher Staatsangehörigkeit auf die Schularten: s. Tabelle 1
  • Bei gleichem sozioökonomischen Status verringern sich die Unterschiede zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in der Verteilung auf die Bildungsgänge 2012: s. Abb. 3
Sprachförderung
Eine Übersicht zu Maßnahmen zur Sprachförderung in unterschiedlichen Bundesländern zeigt Tabelle 2.
Literatur
[1]Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.): Bildung in Deutschland 2016. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag, 2016. http://www.bildungsbericht.de

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