9. – 12. Schuljahr

Ralph Hepp und Michael Barth (Kasten)

Der Stromkrieg

Einen Text zur Auseinandersetzung um Gleich- bzw. Wechselstromtechnik mit der Methode „Think Pair Share Create erschließen

Zu einer der wirkungsvollsten Methoden des amerikanisch-kanadischen Konzepts des Cooperative Learning [1] gehört das Prinzip „Think Pair Share, das sich von seiner Urform [2] mittlerweile in verschiedenen Varianten weiterentwickelt hat (vgl. [3]). Die Methode lässt sich auch im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht einsetzen; entsprechende Beispiele finden sich in der Literatur (vgl. u.a. [4] – [6). Ich (Ralph Hepp) habe diese Methode im Physikunterricht vielfach erprobt.
Die Methode eignet sich gut, um differenzierendes Arbeiten und den selbstständigen Wissenserwerb der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Dies zeigen zum einen die eigenen Unterrichtserfahrungen, zum anderen auch die in mehreren Lehrerfortbildungen initiierten Neuentwicklungen und Erprobungen von Materialien durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Vorbereitung
Beim ersten Einsatz der Methode „Think Pair Share im Unterricht muss unbedingt Zeit eingeplant werden, um den Schülerinnen und Schülern das Vorgehen zu erläutern. Man sollte allerdings auch die Lernenden (oder die in der Klasse unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen) fragen, ob das Verfahren evtl. schon aus anderen Fächern bekannt ist.
Ablauf des Unterrichts
Es hat sich bewährt, in drei aufeinander folgenden Phasen mit dem Material (s. Kasten 1) zu arbeiten, im vorliegenden Beispiel also mit einem Text, der einen geschichtlichen Rückblick auf die Anfänge der Wechselstromtechnik bietet und gut geeignet ist, um in der dritten Phase (Share Austauschen) mit den Schülerinnen und Schüler in eine intensive Diskussion zu kommen.
Der Stromkrieg
Der Stromkrieg
Ab 1888 tötete ein gewisser Harold Brown über Jahre Hunde und Katzen, später auch Kälber und Pferde, teilweise in öffentlichen Vorführungen, immer mit Wechselstrom. Angeblich wollte er damit im Auftrag von Thomas Alva Edison (1847 – 1931) darüber aufklären, wie gefährlich dieser Wechselstrom ist, den Edisons Konkurrent George Westinghouse (1846 – 1914) für die öffentliche Energieversorgung nutzte. Diese bizarre und unmenschliche Aktion gehört zum später so benannten „Stromkrieg. Wie konnte es so weit kommen?
Edison und die Glühlampe
Edison war ein begnadeter und kreativer Tüftler, der eine Unmenge von Patenten (1093 waren es insgesamt) erwirkte und seit den 1870er-Jahren ständig Verbesserungen zumeist an elektrischen Geräten ersann. Er hatte setzte auf zielgerichtetes Ausprobieren, Theoretisieren lehnte er ab („Genialität ist zu 1% Intuition und zu 99% Transpiration, so sein Motto). In der Nähe von New York richtete er sein privates Forschungszentrum Menlopark ein; selbst ein rastloser Arbeiter, konnte er seine dortigen Mitarbeiter motivieren, es ihm gleich zu tun.
Eine besondere Errungenschaft des 19. Jahrhunderts war die verbesserte öffentliche und private Beleuchtung, sie basierte zuerst auf Gaslampen, die aber in Innenräumen nicht ungefährlich waren. Die elektrische Beleuchtung mit Bogenlampen, seit 1811 bekannt und danach langsam technisch verbessert, war wegen der nicht reduzierbaren Helligkeit nur für große Fabrikhallen oder den Außenbereich geeignet, zudem funktionieren Bogenlampen mit Wechselstrom nicht gut.
Eine Glühlampe zur Raumbeleuchtung ließ sich lange nicht konstruieren, da der Glühfaden bei angemessener Helligkeit nach kurzer Zeit durchbrannte. Edison gelang 1879 nach langen Versuchsreihen der Durchbruch: Er verwendete anstelle des Metallglühfadens einen Glühfaden aus speziell behandelter Kohle, der im Vakuum eines Glaskolbens betrieben wurde. Die Verwendung von Kohlefäden ist zwar schon für Göbel 1854 belegt, war aber in Vergessenheit geraten. Bis 1882 verbesserte Edison die Brenndauer seiner „Edisonlampe auf bis zu 1000 Stunden. Übrigens: Unsere heutigen Haushaltslampen haben immer...

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