5. – 13. Schuljahr

Rezension

Jens Soentgen:
Von den Sternen bis zum Tau.
Eine Entdeckungsreise durch die Natur.
Mit 120 Phänomenen und Experimenten.
Wuppertal: Peter Hammer Verlag 2010.
405 S. gebunden.
Preis: 26 €.
Ich wurde durch eine begeisterte Besprechung in einer Leipziger Schülerzeitung [1] auf dieses Buch aufmerksam. Der Autor promovierte nach einem Studium der Chemie und Philosophie mit einer Dissertation zur Phänomenologie des Unscheinbaren, arbeitete zunächst als Journalist und ist seit 2002 wissenschafttlicher Leiter des Umweltzentrums der Universität Augsburg.
Das Buch ist in 18 Kapitel eingeteilt und diese Einteilung folgt der im Untertitel angekündigten Reise durch die Natur. Sie ist aufgbaut als eine Reise vom Großen bis hin zum ganz Kleinen:
  • Sterne über dem See
  • Der blaue Himmel
  • Die Sonne
  • Der Mond
  • Der See
  • Die Roseninsel
  • Die Bäume
  • Die Menschen
  • Der Pirol
  • Die Fledermäuse
  • Die Minze
  • Bläulinge
  • Kiesel
  • Erde
  • Staub
  • Kieselalgen
  • Bakterien
  • Kohlenstoffatome.
Beim Lesen fällt zunächst die direkte Ansprache der Leserinnen und Leser auf: Soentgen leitet die Themen entweder durch einen kurzweilig erzählten historischen Exkurs wie z.B. die religionsgeschichtliche Bedeutung des Gewitters (S. 64) oder mit einer Beschreibung eigener Erlebnisse und Beobachtungen ein und er macht auch durch die Ich-Form des Textes sein Bestreben deutlich, den Lesern die Schönheit und die Wunder der unbelebten und belebten Natur nahezubringen. Dies wird durch die Art der Abbildungen unterstützt es gibt keine Fotos und Diagramme, sondern nur Zeichnungen von Vitali Konstantinov, die sehr detailreich und oft humorvoll gemacht sind.
In den einzelnen Kapiteln folgt auf die zuweilen umfangreiche Einleitung, z.B. acht Seiten über Kieselalgen, ein Abschnitt „Entdecke den Nachthimmel, die Wolken, das Licht, das Wasser, …“ Dieser beginnt stets mit der Angabe der jeweiligen Situation, in der die folgenden Beobachtungen gemacht werden können. Es folgen Anleitungen zu eigenen Versuchen mit einfachen Gegenständen aus Haushalt, Büro oder Baumarkt. Die abschließenden Abschnitte „Rechnen, um zu staunen wie z.B. „Die Entfernung des Mondes (S. 103), „Wie viel Erde braucht der Mensch? (S. 147), „CO2-Seen (S. 189), „Innere Oberfläche (S. 278) oder „Die Süßwasservorräte der Erde (S. 129) kommen mit einfachen geometrischen Formeln und dem Dreisatz aus.
Der Anspruch an die physikalisch-chemischen Vorkenntnisse der Leserinnen und Leser ist fast durchweg gering; mir sind als erklärungswürdig nur einzelne Begriffe wie z.B. Transmutation der Metalle (S. 62), fraktale Muster (S. 124), granulare Physik (S. 276) oder Beugung (S. 373) aufgefallen. Leider fehlt ein Stichwortverzeichnis; stattdessen gibt es eine sehr ausführliche, nach den Buchkapiteln gegliederte kommentierte Literaturliste, die auch hilfreiche Hinweise für die Recherche im Internet gibt.
Ich habe für mich persönlich viel Neues in diesem Buch gefunden, vom Fundrecht für Altertümer bis hin zu den Beobachtungen über Kieselalgen und den Versuchen zu Bakterien und Staub.
Ich möchte abschließend aus der Besprechung des 16-jährigen Lorenz Köhnlein [1] zitieren: „Mitreißend, fast romantisch oder poetisch anmutend, versteht es Jens Soentgen zu erklären. Sein Werk ist ein großes Loblied auf die Natur und zugleich ein unvergleichliches Wissensbuch, an dem sich jedes Lehrwerk ein Beispiel nehmen könnte.
Literatur
[1]Köhnlein, Lorenz: Naturwissenschaft macht glücklich! In: Kopfsalat, Schülerzeitung des Wilhelm-Ostwald-Gymnasiums Leipzig (2017), Nr. 2, S. 44 – 45.
Otto Ernst Berge

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